Ein Jahr WEEE in der europäischen PV-Branche

Brancheneigenes Produzenten- und Entsorgungsprogramm zieht Bilanz

Brüssel, 14. Februar 2015 – Genau vor einem Jahr, am 14. Februar 2014, endete die offizielle Frist für die nationale Umsetzung der europäischen Richtlinie für Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall 2012/19/EU (WEEE). Seitdem haben eine Reihe von Neuigkeiten die Industrie erreicht, während der größte PV-Markt Europas immer noch auf nationale Anforderungen wartet.

Mit der Entscheidung, PV-Module in den Geltungsbereich der WEEE aufzunehmen, ist die operative, finanzielle und administrative Einhaltung erweiterter Produzentenverantwortung für Hersteller und Importeure von PV-Modulen in Europa zwingend geworden.

Während zuvor hauptsächlich große, internationale Unternehmen für Abfallmanagement gesorgt haben, müssen heute die nationalen PV-Akteure Rechtskonformität nachweisen – in jedem einzelnen Verkaufsmarkt.

PV CYCLE, das in ganz Europa aktiv ist, ist als erster Ansprechpartner rund um WEEE und PV-Abfallfragen bekannt. „Bei unserer täglichen Arbeit treffen wir auf Dutzende von Unternehmen, die ihre neuen Verpflichtungen nicht kennen. Die meisten von ihnen nutzen das neue Gesetz als Gelegenheit, ihr Produkt rundum umweltfreundlich zu machen“, beschreibt Hugues Williamson, Abteilungsleiter für Mitgliedschaft bei PV CYCLE, die derzeitige Situation in der Branche. „Einige lehnen ihre Verantwortung jedoch ab.“

„Das Vertrauen des Kunden, das mit einer einheitlichen Verpflichtung der Branche verbunden ist, kompensiert die finanzielle und administrative Belastung“, sagt Jan Clyncke, Geschäftsführer von PV CYCLE, und unterstreicht damit die Notwendigkeit, Rechtskonformität in der Branche zu beschleunigen. „Wir bei PV CYCLE möchten nicht das erleben, womit andere Branchen konfrontiert waren, als Gesetze erstmals für sie galten: zu viele Jahre der Nicht-Einhaltung und unfairer Wettbewerb, der die benachteiligt, die ihre Verpflichtungen erfüllen.“

Aus diesem Grund beteiligt sich PV CYCLE – das brancheneigene Einhaltungs- und Abfallbeseitigungsprogramm – aktiv daran, gegen Trittbrettfahrer anzukämpfen und es der Branche zu erleichtern, ihre gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Wissenstransfer und Zusammenarbeit mit nationalen Behörden sowie ein Serviceangebot, das den Anforderungen der PV-Branche entspricht, erleichtern den Übergang von einer freiwilligen zu einer rechtlich verbindlichen erweiterten Produzentenverantwortung.

„PV CYCLE steht für eine faire und effiziente Abfallbeseitigung. Daher ist die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen unser Hauptfokus“, sagt Pia Alina Lange, Head of Public Affairs bei PV CYCLE.  „PV CYCLE arbeitet hin zu mehr Konsistenz und Vollständigkeit bei der WEEE-Einhaltung und möchte sicherstellen, dass PV-Modulabfall in Zukunft nicht zum Problem wird.“

Während PV CYCLE nationale PV-Marktteilnehmer über ihre – potenziellen – WEEE-Verpflichtungen aktiv informiert, haben deutsche Hersteller und Importeure noch bis Ende des Jahres Zeit, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Als einziges relevantes Land der PV-Branche hat Deutschland das neue WEEE-Gesetz noch nicht umgesetzt, was der Branche eine Gnadenfrist – oder Unsicherheit – von mehreren Monaten bringt.